Reisebericht Usbekistan -

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Zauber aus 1001 Nacht

Der Zauber des Orients – 20 Leserinnen und Leser...

12.09. - 21.09.2019

Reisebericht

der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung ließen sich verzaubern und erlebten die Rundreise durch Usbekistan wie ein Märchen aus 1001 Nacht.

Irgendwann werden sie noch kommen, die Kulissenschieber oder Museumswärter. Und werden sagen: "Schluss für heute. Das ist hier ein Freilichtmuseum, und das schließt jetzt.“ Aber nichts dergleichen geschieht, als die Sonne langsam hinter der „Straße der Mausoleen“ untergeht. Samarkand ist das historische Herz Usbekistans, gehört zu den ältesten Städten der Welt und liegt an der Seidenstraße, der antiken Handelsroute, die China mit dem Mittelmeer verband. Der Registan-Platz ist das bekannteste Symbol des Landes, gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und wird flankiert durch 3 mit Majolika-Keramik verzierten Medressen (Koranschulen) aus dem 15. und 17. Jahrhundert. Gemeinsam ergeben sie ein beeindruckendes Ensemble islamischer Architektur. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Gur-e-Amir, die hoch emporragende Grabstätte Timurs, des Gründers des Timuriden-Reiches. Nicht versäumen sollte man die Besichtigung des 1908 freigelegten Observatorium Ulug Bek sowie einen Besuch auf dem Basar.
Auf dem Weg in die im Wüstensand gelegene Oasenstadt Buchara machen wir an der Geburtsstätte Timurs in Shar-e Sabs, die „grüne Stadt“ Halt. Timur errichtete hier seinen prächtigen Palast, dass Weiße Schloss Ak Sarai. Selbst die heute davon erhalten gebliebenen Ruinen vermitteln einen überwältigenden Eindruck von dessen Größe. Hier zu heiraten ist für viele Usbeken der ultimative Hit. Buchara lebt hauptsächlich von der Baumwollernte, Verarbeitung von Schafwolle und war schon zu Zeiten der Seidenstraße ein blühendes Handelszentrum. Es wohnen knapp 250.000 Menschen in der modernen, zentralasiatischen Stadt. Viele historische Bauten sind erhalten und einige Sehenswürdigkeiten über 1000 Jahre alt. Grandios ist das über 45 Meter hohe Kalon-Minarett sowie die Handelskuppeln aus dem 16. Jahrhundert, von denen noch 3 erhalten geblieben sind.
Unser Weg zur Museumsstadt Chiwa führt uns durch eine Steppen- und Wüstenlandschaft. Die Stadt, auch das Lehm-Labyrinth genannt, ist ein authentisch wirkender, fast märchenhafter Ort. Zwischen den Baudenkmälern aus der glanzvollen Vergangenheit befinden sich die Wohnhäuser der Einheimischen, wo sich trotz Souvenirstände usbekisches Alltagsleben abspielt. Sehenswert sind der Palast Tasch-Hauli, das Minarett Kalta Minor sowie die Amin-Chan-Medrese. Beeindruckend ist auch die Freitagsmoschee mit über 200 Holzsäulen im Inneren, die mit Schnitzkunst reich verziert und unterschiedlichen Alters und Herkunft sind. Zum Sonnenuntergang ermöglicht die Aussichtsplattform nah am Westtor sehr schöne Blicke auf die Stadt.
Die usbekische Hauptstadt Taschkent ist eine moderne Großstadt mit Parkanlagen, Einkaufsstraßen und 8 spurigen Fahrbahnen. Sie ist Industriestadt, Verkehrsknotenpunkt mit U-Bahn und Flughafen sowie Kulturzentrum mit Regierungspalästen, Universitäten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern, Museen, Observatorium und Zoo – gleichzeitig konnte sich die Stadt mancherorts ihr orientalisches Flair bewahren. Wir besuchten den Hast Imam Komplex, der als das religiöse Zentrum der Stadt Taschkent gilt. Außerdem verfügt der Komplex über eine reiche Bibliothek orientalischer Handschriften. Der weltberühmte Osman-Koran ist hier ausgestellt. Das bunte Treiben der Händler mit ihrer riesigen Auswahl an Gemüse, Nüssen, Obst, Fleisch, Brot und Street Food auf dem Chorsu-Basar ist beeindruckend.

Usbekistan ist eines der wenigen orientalischen Länder, wo sich westliche Touristen in einer fast intakten Märchenkulisse aus 1001 Nacht so ungezwungen bewegen können wie zu Hause auch und kann getrost als das „Herz Mittelasiens“ bezeichnet werden. Die Mischung aus einer faszinierenden Kultur in Verbindung mit charaktervollen Landschaften macht es so einzigartig und bietet eine Fülle an Fotomotiven. Die Menschen sind Gastfreundlich und herzlich und wir fühlten uns wahrhaftig willkommen.  

Claudia Paustian