Reisebericht Oslo mit Oper

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Mit Color Line zu "Carmen"

„Sind wir in Indien oder doch in Norwegen?“,...

20.04. - 24.04.2017

Reisebericht

... verdutzt reiben sich die Leserreisenden der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung die Augen. Das bunte Bild, das sich ihnen an diesem Tag in der norwegischen Hauptstadt bietet, trügt nicht: überall Turbane in verschiedenen Farben und auch die Saris wurden von der weiblichen Einwohnerschaft mit indischen Wurzeln aus dem Schrank geholt. Es ist der „Tag des Turbans“, der von den Sikh-Gemeinden in aller Welt jährlich begangen wird. Jeder, der mitmachen möchte, auch Touristen, darf sich einen der farbenfrohen Turbane binden lassen, wird an indische Essensstände eingeladen und kann sich von und über die Sikh-Bevölkerung informieren. Das Angebot wird von Norwegern und Touristen gut angenommen. Überall an den Turban-Ständen bilden sich lange Warteschlangen, obwohl dies nicht das einzige Angebot an diesem Tag ist. Familien mit kleinen Kindern zieht es eher ins Rathaus, wo eine Spiel- und Spaß-Veranstaltung für Kinder stattfindet und am Osloer Hafen gibt es Live-Musik und Reden unter dem Motto „Science not silence“ als Bestandteil des „March for Science“, der für freie und unabhängige Forschung und die Verbreitung derselben eintritt. Nicht zu vergessen natürlich das kulturelle und architektonische Programm, das Oslo zu allen Zeiten anbietet. Wer neben der fest eingeplanten Besichtigungstour in seiner Freizeit Zusätzliches sehen und zügig vorankommen möchte, holt sich einfach ein Fahrrad an einer der über einhundert sehr modernen Leihrad-Stationen, die sich über die ganze Stadt verteilen. So ist der Weg vom Schloss zur Akershus-Festung im Nu zurückgelegt und es bleibt noch Zeit für einen schönen starken Kaffee mit bester Aussicht in einem der zahlreichen Cafés der Stadt.

Für jeden Wintersport-Begeisterten ist ein Besuch an der Sprungschanze am Holmenkollen, etwas außerhalb von Oslo, natürlich ein Muss. Gerade angekommen stellen die 37 Schleswig-Holsteiner fest, dass dort neben König Olav V.  und seinem Hund ein weiterer, sehr vorwitziger Hund in einer Skulptur verewigt wurde. Dieser Hund riss sich bei einer Sportveranstaltung in den 1930er Jahren von seinem Herrchen los und rannte den Landebereich hinauf. Sein Herrchen versuchte, ihn wieder einzufangen. Das Publikum verfolgte die Szene mit großem Amüsement und vor gar nicht allzu langer Zeit wurde die Künstlerin Elena Engelsen beauftragt diese Skulptur zu schaffen, um dem forschen Kerlchen ein Denkmal zu setzen.

Abgerundet wird die Reise mit dem Besuch der Oper Carmen im modernen Opernhaus von Oslo am Hafen. Das Gebäude aus Glas, Marmor, Granit und Holz ist einem Eisberg nachempfunden und wurde 2009 mit dem Mies van der Rohe Architekturpreis ausgezeichnet. Mit einem Schmunzeln lässt sich vernehmen, dass auch dieser Bau nicht billig war, im Gegensatz zur Elbphilharmonie in Hamburg aber sogar fünf Monate vor der geplanten Zeit eröffnet werden konnte. Beschwingt und mit den Takten von George Bizets „Carmen“ im Ohr geht es für die Gruppe am späten Abend unter einem wunderbaren Sternenfirmament zurück ins Hotel.

Oslo profitiert von seiner einzigartigen Fjordlage. Fast bei jedem Wetter zieht es die naturbegeisterten Norweger nach draußen und ans Wasser. Von vielen Punkten der Stadt, insbesondere von den umgebenden Hügeln und Bergen, hat man einen grandiosen Ausblick auf die Stadt und den Oslo-Fjord. Für die Leserreisenden kommt noch eine weitere Perspektive hinzu, fahren sie doch bei der Hin- und Rückreise mit der Colorline durch den Fjord und erleben Oslo von der Wasserseite aus. Schon Adalbert Stifter, der bekannte österreichische Schriftsteller, wusste: „Nach dem Sternenhimmel ist das Größte und Schönste, was Gott erschaffen hat, das Meer.“

Katharina Gerken