Reisebericht MS SANS SOUCI

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Von Stuttgart nach Kiel

Knallrot geht die Sonne über der Hörn auf,...

28.07. - 11.08.2019

Reisebericht

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 als die beiden Busse mit Lesern der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung in Richtung Süden startet. Am Abend erreichen die 64 Teilnehmer Stuttgart und können an von MS SANS SOUCI ihre Kabinen beziehen.
Tags darauf beginnt der Tag mit einer Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt des Bundeslandes Baden-Württemberg. Einen tollen Überblick über die rund 630 000 Einwohner zählende Stadt haben die Ausflugsteilnehmer vom knapp 217 m hohen Fernsehturm. „An klaren Tagen kann man bis zu den Alpen schauen“ erklärt die Gästeführerin. Heute ist es allerdings ein wenig diesig, aber für einen Blick auf die Stadt und die umliegenden Berge reicht es.
Mittags legen wir dann endlich ab und fahren in Richtung Heilbronn, den Neckar hinunter. Heilbronn, eine kleine Großstadt, wie die Gästeführerin erläutert, ist stolz darauf, in diesem Jahr die Bundesgartenschau ausrichten zu dürfen. Nachdem wir am Vormittag die Innenstadt erkundet haben, gewinnen wir am Nachmittag einen umfassenden Überblick über die Gartenausstellung. Üppig blühende Gartenbeete, experimentelle Blumenarrangements und zukunftsweisende Hauskonzepte lassen keine Langeweile aufkommen.
In Bad Wimpfen, unserer nächsten Station geht es deutlich beschaulicher zu. Das kleine Bad wartet mit vielen historischen Gebäuden und verwinkelten Gassen auf, die zu einem längeren Besuch einladen. Von der Stadtmauer haben wir einen wunderschönen Blick ins Tal des Neckars und können in der Ferne schon erkennen, wo wir nach der Stadtführung entlangfahren werden.
In Eberbach, nur ein Stückchen weiter Flussabwärts, empfängt uns nach dem Abendessen der Nachtwächter und führt uns mit Laterne und Hellebarde durch die dunkler werdenden Gassen. Erstaunlich ist, dass das bislang höchste Hochwasser gut drei Meter über Straßenniveau lag.
Tags darauf verlassen wir den Neckar und biegen in den Rhein ein, der uns bis Duisburg begleitet. Erster Höhepunkt ist Heidelberg, berühmt für seine Schlossruine und die wunderschöne Altstadt. Worms – unser nächster Halt - besticht durch seinen imposanten Dom mitten in der Stadt. Eine Führung durch die Stadt und das Gotteshaus bringt uns die Sehenswürdigkeiten näher.
In Bonn schließlich dreht sich alles um Beethoven und die Zeit als Hauptstadt. Der berühmteste Sohn der Stadt ist allgegenwärtig als Denkmal, Gedenkplatte im Fußweg oder als Souvenir in Form von Postkarte, Büste oder T-Shirt.
Wesentlich mondäner präsentiert sich Düsseldorf, die Stadt der Mode. In zahlreichen Fenstern sind Showrooms mit unzähliger Mode zu sehen. Modere Architektur imponiert am Wasser und zeigt, dass hier die Zukunft schon begonnen hat. Ein Altbier und ein Killepitsch geben den nötigen Schwung für den Altstadtrundgang.
Bei Duisburg verlassen wir dann den Rhein und fahren über den Rhein-Herne-Kanal zum Mittellandkanal, um weiter nach Osten zu gelangen.
Nachdem in Datteln die SANS SOUCI ca. 25 000 Liter Treibstoff gebunkert hat, können wir uns auf den Weg machen und weiter dem Rhein-Herne-Kanal folgen. Auf Grund der vielen sehr niedrigen Brücken muss das Sonnendeck eine ganze Weile gesperrt bleiben, damit kein  Teilnehmer unserer KN- / SZ-Leserreise zu Schaden kommen. Denn eines ist sicher: Die Brücke ist stabiler. Gegen Mittag machen wir im schönen Münster fest, das uns bei Sonne willkommen heißt. Am Nachmittag kann die sehr ansprechende Innenstadt erkundet werden. Während der interessanten Führung sehen wir den Dom sowie das historische Rathaus mit dem Friedenssaal. Den allerdings nur von außen, da er am verschlossen bleibt. Kurios ist, dass es in den 1530er Jahren das Täuferreich von Münster gab, dessen Anführer hingerichtet wurden und am Turm der Lambertikirche in eisernen Körben zur Abschreckung ausgestellt wurden. Die Körbe sind noch immer dort zu sehen.
Von Münster aus sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Abzweig in den Mittellandkanal, von wo aus wir bei angenehmem Wetter bis nach Minden gelangen.
In Minden liegen wir kurz vor dem Wasserstraßenkreuz, der Überquerung des Mittellandkanals über die Weser.
Während einer Führung erfahren wir interessante Geschichten über die Entstehung und die Nutzung und die Zerstörung dieser gewaltigen Anlage unweit der Porta Westfalica. Aber auch das ausgeklügelte System von Schleusen- und Sparbecken der Schacht- und Weserschleuse ist beeindruckend und nach jahrelanger Erweiterung nun einsatzbereit.
Minden selbst bietet eine überschaubare Innenstadt mit der Domkirche St. Gorgonius und St. Petrus. Ein katholisches Gotteshaus mitten in einer überwiegend evangelischen Stadt.
Nicht weniger beeindruckend ist in der Landeshauptstadt Hannover der große Garten der Herrenhäuser Gärten. Wunderschön angelegte barocke Grünflächen, Orangenbäumchen und Blumenrabatten präsentieren sich uns bei schönstem Sonnenschein. Ein begehrtes Fotomotiv ist das goldene Tor inmitten der weitläufigen Anlage. Einen ganz anderen Stil sehen wir abschließend in der Grotte, die aus unzähligen Mosaiksteinchen von Niki de Saint Phalle gestaltet wurde.
Die letzten beiden Tage unserer Reise nehmen dann einen anderen Verlauf als geplant, da die Reparaturarbeiten am Wehr in Geesthacht nicht früh genug fertig werden, sodass das Schiffshebewerk in Scharnebeck zu spät wieder in Betrieb geht, damit MS SANS SOUCI Kiel noch pünktlich erreichen könnte. Als Ausweichhafen steuert das Schiff Wolfsburg an, von wo aus die Teilnehmer die Möglichkeit haben, die Autostadt, das Outlet-Center oder die Ausstellung Phaeno zu besuchen.
Ein Teil der Leser macht sich auf den Weg nach Gifhorn, wo uns bei einer Führung die kleine Stadt näher gebracht wird. Auf der anschließenden Rundfahrt berichtet uns die Gästeführerin Interessantes über die Entstehung, die Verwertung und die Renaturierung der Moorflächen und die Entstehung der nicht weit vom Moor entfernt liegenden Heideflächen.
Nachdem am Abend der Kapitän zum Gala-Dinner gebeten hatte, verlassen wir Wolfsburg wieder und fahren zurück, um in den Elbe-Seitenkanal einzubiegen.
Der finale Ausflug führt die Teilnehmer nach Uelzen und zum Hundertwasserbahnhof. Unsere Gästeführerin ist ein wahrer Fan der Arbeiten von Friedensreich Hundertwasser, sodass sie auf zahlreiche Besonderheiten an diesem Bau hinweist, die wir ohne sie gar nicht bemerkt hätten.
In Scharnebeck am Oberwasser endet dann unsere Reise auf Flüssen und Kanälen mit der SANS SOUCI. Die Rückreise nach Kiel erfolgte per Bus. Auch im nächsten Jahr sind wir wieder mit der SANS SOUCI unterwegs und fahren dann vom 08. - 19. Juli von Stralsund nach Malchin.

jan mertens