Reisebericht Marokko

ZURÜCK Kontakt PDF E-Mail

Königstädte und Straße der Kasbahs

„Tradition trifft Moderne“ steht in vielen Reiseführern,...

07.03. - 15.03.2018

Reisebericht

... auch in jenem für Marokko. Und da warten sie nun nebeneinander an der roten Ampel in Marrakesch, der klapprige Muli-Karren und der nagelneue Maserati, als hätten sie sich verabredet, um eigens für diesen Slogan eindrucksvoll Pate zu stehen. Es war beileibe nicht das einzige Aha-Erlebnis, das die zwölf Teilnehmer der Leserreise ¬der Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung in dem nordafrikanischen Land hatten. „Marokko – Königsstädte und die Straße der Kasbahs“ war der Titel der Reise, er hätte genauso gut auch „Rausch der Sinne“ lauten können. Wobei es nicht nur die vier Königsstädte Meknes, Fes, Rabat und Marrakesch waren, die ihre Besucher mit prunkvollen Palästen, bezaubernden Medinas und quirligen, zum Verirren einladenden Souks in permanentes Staunen versetzten.
Ob Gerber- und Färberviertel (Fes), Hassan-Turm (Rabat), das imposante Stadttor Bab-el-Mansour (Meknes) oder der legendäre Jemaa al Fna (Marrakesch), der wohl lauteste und verrückteste Platz Afrikas mit seinen Schlangenbeschwörern, Geschichtenerzählern, Feuerschluckern, Tänzern, Henna-Malerinnen, Affen-Dompteuren, Artisten und unzähligen Garküchen – ein geradezu überbordendes Kaleidoskop an Farben, Geräuschen und Gerüchen (über)fordert die Sinne in Marokko wie wohl an nur ganz wenigen Orten dieser Welt.
Ganz zu schweigen davon, welche landschaftlichen Kontraste das Land bietet: Eben noch im vergleichsweise kühlen und modernen Norden, geht es vorbei an paradiesischen, von Dattel-Palmen gesäumten Oasen durch das majestätische Atlasgebirge über Erfoud auf der Straße der Kasbahs nach Ouarzazate, wo Beduinen die Gäste zum malerischen Sonnenuntergang auf die Sanddünen der Sahara begleiten. Und nach dem Besuch von Ait Benhaddou, dem malerisch gelegenen Ort mit seinen typischen Lehmhäusern, der schon in vielen Filmen (z. B. „Gladiator“, „James Bond 007 – Der Hauch des Todes“, „Die Mumie“) als Kulisse diente, ist die eigene Filmrolle endgültig voll mit wunderschönen Bildern, die noch lange nachwirken werden.

Ingolf Haake