Reisebericht Madeira

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Blumeninsel im Atlantik

Madeira ist bekannt und beliebt...

26.03. - 02.04.2019

Reisebericht

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wegen der ganzjährigen Blütenpracht, weshalb auch oft von der „Blumeninsel im Atlantic“ die Rede.
Weniger bekannt ist, dass Madeira den einzigen Flughafen der Welt besitzt, auf dem Maschinen ab einer bestimmten Windstärke weder landen noch starten dürfen. Das erfuhren die 22 Teilnehmer der Kieler-Nachrichten-Leserreise dann spätestens bei der Zwischenlandung in Lissabon. Für die wartenden Fluggäste gab es verschiedene Möglichkeiten, z.B. bis zum nächsten Abend in Lissabon zu bleiben, aber die KN-Gruppe hatte das Glück, noch am gleichen Abend nach Porto zu fliegen, um dann nach einer – zugegeben – recht kurzen Nacht am frühen Morgen nach Madeira zu starten.
Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel fand dann der erste Ausflug statt um einen ersten  Eindruck von dieser „Insel des ewigen Frühlings“ zu erhalten. Wir fuhren zunächst Richtung Westen zum Fischerort Camara de Lobos. Dieser malerische kleine Hafen liegt in einer Bucht, geschützt von hohen Felswänden aus Lavagestein. Kein Wunder, dass sogar Churchill hier zu Pinsel und Farbe griff, um dieses Panorama festzuhalten.
Weiter ging es zum Aussichtspunkt Eira do Serrado, von wo aus man einen herrlichen Blick hatte auf den erloschenen Vulkan und auf das tief im Tal liegende Dorf Curraldas Freiras, das Nonnental. Hier hatten sich im 16. Jahrhundert die Nonnen des Klosters Santa Clara vor Piraten in Sicherheit gebracht.
Am nächsten Tag fuhren wir zunächst nach  Cabo Girao mit der höchsten Steilküste Europas. Weiter ging es über Ribeira Brava zum Encumeada Pass. Wie gut, dass unser Busfahrer die enge, kurvenreiche Strecke ganz gelassen und absolut sicher bewältigte, genau so wie die Strasse weiter in den Norden über Seixal nach Porto Moniz. Bekannt ist dieser kleine Ort für die natürlichen Schwimmbäder, die mit kristallklarem türkisfarbenem Wasser gefüllt sind, umgeben von großen und kleinen Lavaformationen.
Die Blütenpracht, die wir bei unseren Fahrten bisher bereits bewundern konnten, wurde am nächsten Tag noch gesteigert, beim Besuch von Blandys Garten und des Jardins Quinta do Lago, mit mehr als 500 verschiedenen Pflanzenarten. Unsere temperamentvolle und liebenswerte Reiseleiterin Susana wurde nicht müde, uns die vielen klangvollen Namen zu nennen und die Pflanzen und natürlich auch die Sehenswürdigkeiten zu erklären.
Natürlich durfte während unseres Madeira-Aufenthalts auch eine Levade-Wanderung nicht fehlen. Levadas sind künstliche Wasserläufe mit denen schon seit dem 15. Jahrhundert Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden und im Zentrum der Insel zu den trockeneren landwirtschaftlichen Anbaugebieten im Süden geleitet wird.
Während der Wanderung sahen wir auch viele Bananen- und Zuckerrohrplantagen, sowie  Mahagoni- und Lorbeer- und Eukalyptusbäume.
Bei der Fahrt in den Nordosten der Insel nach Santana beeindruckten die malerischen strohgedeckten bunten Häuser, die teilweise sehr schön restaurieret sind, einige davon sogar noch bewohnt.
Die Inselhauptstadt Funchal, mit ihren ungefähr 110.000 Einwohnern, gilt als eine der malerischsten und saubersten Hauptstädte Europas und bot den Gästen zusätzlich zu der geführten Stadtrundfahrt viele Gelegenheiten zu eigenen Entdeckungen. Sei es beim Stöbern in der mit interessanten Wandkacheln geschmückten Markthalle mit dem reichhaltigen Angebot an Fischen, Obst, Gemüse, Gewürzen und Blumen oder beim Bummel durch die historische Altstadt. Hier beeindruckte besonders die eindrucksvolle gotische Kathedrale und die Rue de Santa Maria, eine enge Gasse, die eine Art Freiluftmuseum ist, da alle Türen von unterschiedlichsten Künstlern gestaltet worden sind.
Ein Spaziergang entlang der Promenade, von der Festung Sao Tiago bis zum Hafen bot auf der einen Seite einen eindrucksvollen Blick auf die Stadt, die sich wie ein gewaltiges Amphitheater an die Berghänge schmiegt, auf der anderen Seite konnte man die drei vorgelagerten unbewohnten Inseln erkennen. Der relativ kleine Hafen wird jeden Tag von mehreren Kreuzfahrtschiffen und Yachten besucht.
Der Besuch eines Orchideengartens und einer Weinkellerei boten den passenden Abschluss dieser unvergesslichen Reise.

Ingrid Reips