Reisebericht Israel

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Höhepunkte im Heiligen Land

Moderne Architektur und verwinkelte Altstadtgassen,...

11.10. - 21.10.2018

Reisebericht

...weite Wüste und Großstadtflair, christliche Stätten und heilige Erde im Sonderangebot, bewaffnete Soldaten, die Karaoke auf der Straße singen – Israel ist ein Land der Kontraste und Extreme. Davon konnten sich die Teilnehmer der Leserreise der Kieler Nachrichten und Segeberger Zeitung mit dem Titel “Israel - Höhepunkte im Heiligen Land“ überzeugen.

Weiß hebt sich die Silhouette der Hochhäuser vor dem blauen Mittelmeer an Tel Avivs Strandpromenade ab. Bis spät in die Nacht flanieren dort Einheimische und Touristen, ab Sonnenaufgang gehört der Strand den Frühsportlern und Schwimmern. Von der modernen Großstadt am Meer macht sich die Reisegruppe auf in Richtung Norden.

In Caesarea, der ehemals größten Hafenstadt des Orients, spazieren die Reisenden bei hochsommerlichen Temperaturen durch die Überreste des römischen Theaters und der Arena für Wagenrennen. Ein Ausblick der Extraklasse genießen sie anschließend in Haifa, hinab über die hängenden Gärten am Bahai-Schrein auf die Hafenstadt. Abtauchen in die historische Altstadt steht in Akko auf dem Programm. Süßwaren jeglicher Geschmacksrichtung und Farbe, Wasserpfeifen, Lebensmittel und Kleidung werden im örtlichen Souk feil geboten.

„Kann man im See Genezareth unbedenklich baden“, lautet die Frage beim Aufenthalt im Kibbuz. „Ja, man kann. Und einen spektakulären Sonnenaufgang über den Golanhöhen gibt es täglich für alle Frühaufsteher noch gratis dazu“, so die Antwort. Eine weitere Erkenntnis beim Rundgang durchs Kibbuz: Die Kibbuzniks leben vielerorts nicht mehr von Landwirtschaft, sondern von der Beherbergung internationaler Gäste. Mit einem Holzboot geht es weiter zu den heiligen Stätten am See Genezareth.

Mit einem Stopp in Nazareth führte die Reise durch das Jordantal zur Ausgrabungsstätte in Beit Shean und nach Jericho im palästinensischen Autonomiegebiet, das als eine der ältesten Städte der Welt gilt. Wie ein Schwalbennest klebt das Kloster auf dem Berg der Versuchung hoch über der Stadt. Eine Seilbahn bringt die Besucher in wenigen Minuten hinauf. Beim frisch gepressten Granatapfelsaft auf der Aussichtsterrasse schweift der Blick über die Stadt sowie die Obst- und Gemüseanbaugebiete der Gegend.

Die Heiligen Stätten stehen im Mittelpunkt der Reisetage in Jerusalem. Der Aussichtspunkt auf dem Ölberg bietet den perfekten Ausblick auf den gegenüberliegenden Tempelberg, wo die Kuppel des Felsendoms goldfarben in der Sonne glänzt. Nach dem Abstieg durch den Garten Gethsemane erkunden die Reisenden das Gassengewirr der Altstadt. Sie folgen dem Kreuzweg, der Via Dolorosa, gemeinsam mit Pilgern aus aller Welt, die singend große Holzkreuze von Station zu Station tragen. Ziel ist die Grabeskirche, wo Jesus begraben worden sein soll. Die Gruft zieht Scharen von Pilgern und Touristen aus aller Herren Länder an, die geduldig darauf warten, einen kurzen Blick auf das Grab zu erhaschen und im Vorbeigehen schnell über die von den vielen Besucherhänden glatt geschliffene Platte in der Gruft zu streichen. Die Alternative für Eilige: Station zwölf des Kreuzweges, wo das Kreuz Jesu gestanden haben soll. Das Schlendern durch den arabischen Souk rundet das Programm in der Altstadt ab, bevor die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem für Nachdenklichkeit sorgt und mit einer imposanten Ausstellung das unfassbare Geschehen aus der Vergangenheit in Erinnerung ruft.

Szenenwechsel – vom mit bunten Kacheln verzierten und gut von Soldaten bewachten Felsendom wandert die Gruppe zur Klagemauer. Eng gedrängt stehen die Frauen vor der Wand, stecken kleine Zettel mit Wünschen in die Mauerritzen und sprechen Gebete. Ein Gewirr aus Murmeln und Klagelauten sowie geballte Emotionalität erfüllen die Menge. Es ist ein Ort im alten Jerusalem, wo die Touristen in den Hintergrund treten. 

Anders sieht es in Bethlehem aus, wo sich die Geburtsgrotte Jesu zum Touristenmagneten entwickelt hat. Langes Warten wird mit einem kurzen Blick auf die Stelle, an der Jesus geboren worden sein soll, belohnt. Zur Erholung folgt ein Badeausflug ans Tote Meer mit Besichtigung der historischen Siedlung Massada auf einem Felsplateau hoch über der Wüste. Nach dem Einreiben mit dem angeblich verjüngendem Schlamm am Toten Meer und gut eingeweicht vom stark salzhaltigen Wasser waren die Reisenden bereit, mit neuer Energie und vielen Eindrücken in die Heimat zurückzukehren.

Katrin Heidemann