Reisebericht Ischia

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Italien wie im Bilderbuch

Ein Urlaub im Golf von Neapel ist verlockend, gleich 3 Inseln gilt es zu erkunden.

04.04. - 11.04.2019

Reisebericht

Die Insel Ischia mit ihren Thermalquellen, Procida als pittoresker Geheimtipp und das mondäne Capri sind das Reiseziel der Leserinnen und Leser der Kieler Nachrichten und der Segeberger Zeitung. Der Frühling ist die ideale Zeit, um die unzähligen Kulturgüter Kampaniens kennen zu lernen.

Das Wahrzeichen der Insel Ischia und erster Blickfang für jeden Besucher ist das Castello Aragonese, auf einem riesigen schwarzen Trachitfelsen, der Altstadt Ischia Ponte vorgelagert. Eine Besichtigung dieser beeindruckenden Anlage gibt einen Einblick in die wechselhafte Geschichte von Kriegen und Belagerungen, Prunkzeiten am Hofe der Aragoner, dem Klosterleben sowie den dunklen Kerkern der Bourbonen, die das Castello Aragonese als politisches Gefängnis nutzten.
Zu den Sehenswürdigkeiten gehört auch das Klarissenkloster mit einer unterirdischen Gruft, in der die Nonnen auf steinernen Sitzen aufrecht bestattet wurden. Beim  Abstieg durch einen imposanten Tunnel  können wir auch einen Blick in das Folterkabinett werfen.

Eine Inselrundfahrt führt uns durch verschlafene Bergdörfer. Wir begegnen einigen der schönsten aus grünem Tuffstein gebauten Häuser und Bruchsteinmauern. Grüner Tuffstein war früher der Hauptbaustoff auf Ischia. Er lässt sich leicht aushöhlen und schafft Räume in denen die Temperatur das ganze Jahr über annähernd konstant bleibt und ideal für die Weinlagerung ist.
Für die Weinherstellung war viele Jahrhunderte hinweg der "pietatorcia" wichtig.
Es war eine Pressvorrichtung aus Tuffstein, mit der man den Saft aus den Weintrauben presste. Bei einer Weinverkostung im Ristorante Pietratorcia lernen wir einige Weinrebsorten kennen und mit den dazu gereichten regionalen Köstlichkeiten macht sich ein Gefühl von dolce vita breit.

Die Insel Procida befindet sich nur einige Kilometer vor der Küste Ischias und bei unserer Ankunft im Hafen verzaubern uns vor allem die knallbunten Häuser.
Procida ist die am dichtesten besiedelte Insel Europas und die kleinste im Archipel. 
Es ist eine beschauliche und ruhige Insel und hat ihren natürlichen Charme bewahren können. Die Fischerei spielt hier auch heute noch eine wichtige Rolle.
Das Dorf Corricella ist das Juwel der Insel und ein beliebtes Postkartenmotiv.  Pastellfarbene Häuser schmiegen sich an den Hang, davor liegen die Fischerboote.
Sicher haben Millionen diese Bucht schon im Kino bewundert - ohne zu wissen, dass es sich um Procida handelt. Dort ließ Regisseur Michael Radford den Schauspieler Massimo Troisi im Film "Il Postino" mit Gedichten um die Gunst der schönen Beatrice werben. Auch Matt Damon und Gwyneth Paltrow nippten an diesem Ort in "Der talentierte Mister Ripley" am Martini und blinzelten bei gleißender Sonne aufs Mittelmeer.

Erst Ischia, dann das entspannte Procida – und nun Capri. Schon in dem kleinen Hafen von Marina Grande ist klar: Hier ist alles anders.
Schriftsteller, Modeschöpfer und Filmstars wie Thomas Mann, Sophia Loren, Elton John, Giorgio Armani oder jüngst Leonardo DiCaprio kennt diese Insel mit den schroffen Felsküsten und atemberaubenden Ausblicken aufs azurblaue Meer und wird so zur Insel der Schönen und Reichen.
Während der 60er Jahre entwickelte sich Capri zu einem Treffpunkt internationaler Jetsetter und ist noch heute ein Magnet für berühmte Persönlichkeiten.
Der deutsche Großindustrielle Krupp ließ Anfang des vergangenen Jahrhunderts einen 1,3 km langen Serpentinenweg, die historische und schwindelerregende Via Krupp in den Felsen des Monte Castiglione hauen. Sie führt an Giardini di Augusto, den ehemaligen Gärten des Kaisers Augustus vorbei bis an die Küste des Mittelmeeres.
Die Villa San Michele wurde vom schwedischen Arzt und Schriftsteller Axel Munthe erbaut und beherbergt antike Kunstschätze. Legt man der im wundervoll angelegten Garten stehenden Sphinx drei Finger auf die Flanken und schließt die Augen, was bei diesem Ausblick auf den Hafen von Capri wirklich schwer fällt, gehen alle Wünsche in Erfüllung. Dieses Omen nehmen wir mit nach Hause.
Eine traditionelle Pizza Margherita darf bei einem Italienurlaub nicht fehlen. 
Die Königin Margherita, die schon oft von der neapolitanischen Spezialität, die ursprünglich ein Essen für arme Leute war, gehört hatte, wünschte eine Pizza zu essen. Aber weil sie eine Königin war, konnte sie nicht in eine Pizzeria, einen Ort des Volkes, gehen. Deshalb ließ man den besten Pizzaiolo der Epoche, Raffaele Esposito in ihr Schloss kommen. Er gestaltete eine Pizza in den drei Farben der italienischen Fahne (rote Tomaten, weißer Mozzarella, grünes Basilikum).
Capri ist auch bekannt für die Höhlen am Meer, unter anderem der Blauen Grotte und für die berühmten Faraglioni-Felsen im Wasser. Der Name der Felsen geht auf die Seefahrt zurück, faro ist der Lichtschein, denn nachts wurden auf den Felsen Feuer entzündet, um den Seefahrern so den Weg zu weisen. Bei einer Bootstour rund Capri können wir sie bestaunen und wir haben einen Blick auf eine einzigartige Küstenformation.

Zum Abschluss der Leserreise besucht noch eine Gruppe den Botanischen Garten La Mortella auf Ischia. Der Name Mortella leitet sich ab von der geruchsintensiven und für das mediterrane Klima typischen Myrtepflanze, die hier auf dem vulkanischen Gestein üppig gedeiht. Der berühmte englische Komponist Sir William Walton und seine Frau Lady Walton haben diesen zauberhafter Garten mit seiner tropischen Blütenpracht angelegt.

Es wird erzählt, dass die Thermen auf Ischia schon im 17.ten Jahrhundert Anziehungspunkt für Reisende und Erkrankte aus ganz Europa waren. In den Thermalschwimmbecken unseres Hotels mit dem hohen Anteil an gelösten Mineralien konnten sich die ReiseteilnehmerInnen von der gesundheitsfördernden Wirkung jeden Tag aufs Neue überzeugen.

Eine schöne Reise mit traumhaften Landschaften, tollem Wetter und vielen schönen Erinnerungen liegt hinter uns. Diese Region Süditaliens war eine Reise wert!

Martina Burbach