Reisebericht Böhhmisches Bäderdreeck

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Erleben - entdecken - genießen

24 Leser der Kieler Nachrichten...

26.08. - 30.09.2018

Reisebericht

...und der Segeberger Zeitung machten sich auf nach Böhmen. Die drei Kaiserbäder Franzensbad – Karlsbad und Marienbad wollte die Gruppe erleben – entdecken und genießen. Es ist ihr gelungen.
Franzensbad mit seinem Zentrum und dem Platz „namesti Miru“, in dessen Mitte die Franzensquelle in einem runden Pavillon aus dem Jahr 1832 entspringt, ist der ruhigste Kurort. Schachbrettmäßig wird der Platz umringt von den prachtvollsten Bauten und den „kaiserlichen Hotels“.  Bekannt ist der Ort  mit seinen Trinkkuren durch die 22 kalten Heilquellen. Neben Johann Wolfgang von Goethe weilten auch Ludwig van Beethoven und Johann Strauß hier zur Kur.
Karlsbad ist der bedeutendste tschechische  Kurort. Die Sehenswürdigkeiten hier sind der Sprudelbrunnen und die Schlosskolonaden mit 12 warmen bis heißen Quellen. Die im altrussischen Stil gebaute St. Peter Kirche und weitere Kirchen der verschiedensten Konfessionen prägen das Stadtbild. Ebenso  die prachtvollen Hotels.  Bekannt in der ganzen Welt ist der Kräuterlikör Becherovka. Seine Entstehungsgeschichte wurde der Gruppe – mit Kostproben -  im Museum Becherovka eindruckvoll erzählt. Auch die Karlsbader Oblaten, die hier zum Nachmittagstee kredenzt werden, sind bekannt und beliebte Mitbringsel. Alle  Heilquellen können in den typischen Kur-Schnabeltassen in den Kolonaden gekostet werden. Der Geschmack ?  Aber die Quellen dienen ja der Gesundheit.
Das zweitgrößte Heilbad Tschechiens ist Marienbad. Es gehörte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den bedeutenden Zentren des europäischen Gesellschaftslebens. Chopin, Wagner, Goethe und der englische König Edward VII seien als Beispiele genannt. Marienbad verfügt über 53 genutzte Quellen mit zumeist kaltem
 Mineralwasser. Das Kurzentrum mit der Hauptkolonade , eine neobarocke Gusseisen Konstruktion zieht bis heute die Besucher an, ebenso der große Kurpark. 
Quartier für die 5 Tage des Aufenthalts in Böhmen war das mittelalterliche Städtchen Loket. Auf einem Felsvorsprung über der Ohre (Eger) liegt es am „Ellenbogen“ mit seiner Burg aus dem   12. Jahrhundert. Der kleine Ortskern wird geprägt von Barock- und Renaissancehäusern. Diesem Charme erlag auch Goethe. Hier kämpfte der betagte Schriftsteller unermüdlich um das Herz der jungen  Baronin Ulrike von Levetzow und feierte am 28.8.1823 mit ihr im Hotel Bily Kun seinen Geburtstag. Aber er schaffte es nicht, das Herz der jungen Baronin zu erobern. Auch die Mutter war dagegen, man erzählt sich, sie hätte mit Goethe ein Verhältnis gehabt. Seine Enttäuschung über diese unglückliche Liebe brachte Goethe in seinem Liebensgedicht „Marienbader Elegie“ zum Ausdruck. Auf der Terasse der Hotels fand am 28.8. ein Konzert zum Andenken an Goethe  statt, das die Gruppe besuchte. Ein wunderbarer Abend.
Die Reisegruppe war begeistert von all dem Erlebten, Gehörtem und Gesehenem. Die Entscheidung, für welches Kaiserbad als Kurort, steht nun für jeden Reiseteilnehmer zu Hause an.

Elke Wuttke