Reisebericht Andalusien -

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Glanzlicht am Mittelmeer

Die Andalusienrundreise zeigt 26 Reiseteilnehmern der KN-Leserreisen...

17.03. - 24.03.2018

Reisebericht

 die vielfältigen Gesichter Südspaniens von der Costa del Sol am Mittelmeer bis zur Costa de la Luz am Atlantik und führt uns von der bezaubernden Küste bis hinauf auf 739 Höhenmeter in bizarre Bergregionen.

Gleich am ersten Tag verlassen wir wieder spanischen Boden und besuchen die britische Enklave Gibraltar. Sie ist nur 6,5 qkm groß und mit einer Bevölkerungsdichte von 5012 Einwohner/qm eines der am dichtesten besiedelten Gebiete der Erde.
Während einer Belagerung Gibraltars um 1780 wurden die Engländer angeblich von den Affen vor einem Nachtangriff gewarnt. Seitdem kursiert die Legende, dass mit dem letzten lebenden Affen auch die britische Herrschaft über Gibraltar beendet ist. Um den Affenstamm zu stärken, ließ Winston Churchill Berberaffen aus Marokko importieren. Majestätisch thront auch gleich ein Affe auf dem Dach unseres Reisebusses.

Unsere Rundreise führt uns weiter nach Cádiz. Die älteste Stadt Europas liegt am Atlantik im Südwesten Andalusiens auf einer langen und schmalen Halbinsel (Muschelkalkfelsen) und somit fast komplett vom Meer umgeben. Am Hafen können wir zwei mächtige, vielhundertjährige Gummibäume bestaunen.

Und weiter geht es nach Sevilla, der Hauptstadt Andalusiens. Dort besichtigen wir den Alcazar, den Königspalast. Er ist mit seiner über tausendjährigen Geschichte eines der prächtigsten Gebäude der Welt. Bis heute ist noch ein Großteil seiner Mauern und Prachtgebäude erhalten, wenn auch verkleidet oder umgestaltet durch die verschiedenen Machthaber. Ruhe und Erholung fanden die Menschen früher wie auch noch heute in den prachtvollen Gärten des Alcázar.
Das Wahrzeichen Sevillas, die Giralda, war ursprünglich das Minarett einer Moschee, das zum Glockenturm der größten gotischen Kathedrale der Welt verwandelt wurde. Im Inneren der Kathedrale befindet sich ein Sarkophag mit den Gebeinen von Kolumbus. Er wird von vier Herolden getragen, die für die Königreiche Kastilien, León, Aragón und Navarra stehen. Wunderschöne Skulpturen, stolze Könige.
Bei der Besichtigung  des Plaza de Espana werden Erinnerungen an die Star Wars Filme wach. Der Spanische Platz diente als Kulisse für Dreharbeiten.
Eine pilzähnliche, schwebende Konstruktion aus feinstem, hellem finnischen Holz vom deutschen Architekten Jürgen Mayer begegnet uns bei einem Rundgang durch die Innenstadt. Las Setas, die Pilze sind eine gewagte moderne Konstruktion in dieser Stadt der großen spanischen Traditionen.
Die Vorbereitungen der Feierlichkeiten der Semana Santa (Karwoche) waren allgegenwärtig. Vom Palmsonntag bis zum Ostersonntag lebt die ganze Stadt im Bann der Prozessionen.

Andalusien stand von allen spanischen Regionen am längsten unter islamischer Herrschaft und so bestaunen wir bei unserem nächsten Rundreisehalt in Cordoba
die weltberühmte Moschee-Kathedrale La Mezquita. In der christlichen Periode wurde der Moschee gegen heftigen Protest eine Renaissancekirche „eingepflanzt“.
Wunderschön und doch eigenartig thront sie inmitten der Moschee.

Bei einem Zwischenstopp zum nächsten Ziel Granada können wir uns mit dem typisch spanischen carajillo auf die Temperaturen in den Ausläufern der Sierra Nevada mit den schneebedeckten Bergen vorbereiten.
Bekannt ist Granada hauptsächlich durch die Alhambra, eine weitläufige, auf einem Hügel gelegene Festungsanlage. Sie ist ein herausragendes Denkmal des andalusischen Islam.
Beeindruckt von all der Schönheit spazieren wir durch die Räume und Innenhöfe des Nasridenpalastes, bewundern die detailverliebten Dekorationen, die Brunnen, den weißen Marmor und die bunten Azulejos (Fliesen) an den Wänden. Sowohl drinnen als auch draußen in den prachtvollen Generalife-Gärten werden wir immer wieder von neuen architektonischen Meisterleistungen beeindruckt. 
Auf unserer Rückfahrt machen wir noch einen Abstecher nach Malaga, der Geburtsstadt Pablo Picassos und genießen den Blick auf den Hafen.
Der Besuch der schönen Stadt Ronda darf auf einer Andalusienrundreise nicht fehlen. Der romantische Ort liegt auf einem Felsplateau und das Wahrzeichen der Stadt ist die imposante Brücke, welche die Altstadt und die Neustadt über eine 90m breite und 160m tiefe Schlucht verbindet. In der Neustadt liegt eine der ältesten Stierkampfarenen Spaniens, die Plaza de Toros. Ein Museum zeigt die Geschichte des Stierkampfes. Unser Ronda-Reiseleiter Jesus, ein nicht ungewöhnlicher Vorname in Andalusien, erzählt uns in der Kirche Santa Maria eindrücklich von den Strapazen der Costaleros, den Trägern der Heiligenbilder bei den Oster-Prozessionen. Unsere Rückfahrt führt uns durch die Bergwelt und wir haben von dort oben einen grandiosen Blick auf das nur 14 km entfernte Afrika.
Wir werden von unserer Reiseleiterin Heike bei unserem letzten Tagesausflug in die Bergregion Axarquia mit churros verwöhnt, einer iberischen Köstlichkeit.  So gestärkt besichtigen wir eine Olivenölmühle, zuvor können wir hautnah eine Olivenernte miterleben. In dem kleinen Örtchen Alfernatejo wurde für uns gekocht und wir genießen ein typisch andalusisches Essen im Wohnhaus einer Dorfbewohnerin.
Unsere Andalusienrundreise endet in Torremolinos. Wundervolle Eindrücke und schöne Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit nehmen wir mit und sagen Adiós!